Tetraeder

Auf der Halde waren wir alle nach dem Abschluss und starrten ins Blau über dem Stahldreieck – oder war es ein Kreuz? – empor. Hinter uns das Land, vor uns die Unendlichkeit; letzte Schornsteine röchelten noch grau, doch wir atmeten die grüne Luft des Neubeginns ein und aus. Plötzlich sagte einer: „Ich will“ und alle nickten, scheu und zufrieden zugleich, und wir lehnten uns zurück; waren wie grünes, wogendes Gras, lagen und lauschten den Wellen des Windes. Das genügte. Das Blau über uns war phantastisch.

Irgendwann erhob sich der erste. Dann der zweite. Und auch ich ging fort.

Doch jetzt, in den Stunden, wenn das Nachtgras geköpft unter meinem Fenster funkelt und allein der Hauptstadthimmel, menschenscheu und eingeengt, wartet, kehrt alles zurück. Ich dämmre fort, denke: Vielleicht – Noch einmal auf die Halde, neben das Stahlkreuz, meiner Phantasie entgegen. Dann atme ich aus, blicke dem Atem hinterher wie einem Geheimnis und lasse die Glut des Geheimnis verglühen; bis zum Schluss.

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