Schulterzucken. Hier, wo Neuigkeiten schneller altern als im Netz. Benzingeruch, der Kleintransporter zieht eine halbe Runde. Ein Moped. Ein Fahrrad. Ein Fahrradkurier und Autofront an Autoheck. Klopfen an der Scheibe: Die Flasche wird durchgeschoben. Kreisverkehrverkehr an Kreisverkehrverkehr. Bildzeitungsgespräche unter Abgaswolken, wo sonst? Das irre Hupen eines Einzelgängers und Männerraunen an der Stehtischtribüne, reflexhaft, die Fäuste in der Luft. Abenteuerlust. Beinahe fliegt Glas, ein Versehen, am Stehtischrand gerade noch die Flasche gefangen, alles schwankt für den Moment. Ein wenig Regung, ein wenig Action in der Szene. Regnet es? Es fisselt. Man zieht sich zurück und wartet gemeinsam, gebückt, wartet auf bessere Tage. Bis dahin umgibt man sich mit den eigenen immer wahren Wahrheiten, die Weisheiten unzähliger Lebensstunden. Wieder ein Jahr vorbei, was? sagt der eine nicht zum ersten Mal und es wird genickt, gesprochen, gelacht. Gespräche für einander, Sätze gegen Einsamkeit. Es ist kaum mehr als eine kastenförmige Bude, an der sie stehen, kaum mehr als ein Hüttchen aus Steinen und Plastik und Zeitschriften, ein Kiosk, ein Zufluchtsort, ein viel zu großes Stück Heimat am Straßenrand. Und eine Engelsstimme fragt: Einen Geburtstagskaffee? Schwarz? Für jeden?
Einen Kaffee? Kann ich wieder nicht schlafen.
Und keiner hier weiß, ist das nun ein Wunsch, ist es Sorge oder Segen.