Deine Feueradern spannen sich am Phönixsee, morgenlichtbeladen im Schatten der Forschungsbaracken, neulandbegrenzt, und endlich weitet sich dein Blick. Für dich, Erstsemester, die Spur zur Weltweisheit denkst du, hier zu finden. Nur du. Natürlich. Die Ewigkeit träumt von dir, wie du von ihr, eine Ewigkeit auf Euroscheinen. Wo Strukturwandel die eigentliche Headline ist. Headhuntergesucht, bald, bald eine Nummer im Lebensalltag der Technologiebranche, Technologiepark im Westen, mit Seeblick, Technologien im Phönixflug, Aschenarben hinter sich versinkend in Vergangenheit. Taubenaugenbesehen, von Backstein begleitet, alles ist Start-up, fast fühlbar. Als Arbeiterkind gestartet, bleibst du es? Was ist eine Fakultät? Und wo genau? Wo Innovation den mächtigen Imperativ bildet. Wo Tauben ausgebrochen sind aus dem Brieflastenleben. Wo Nano groß und Kohle kleingeschrieben wird? Stetige Innovation; aus dem Industrierelikt ein Zukunftsstück, und wann kehrt der Handwerker zurück? Eine Frage von Zeit und nicht für dich. Das Ruhrgebiet braucht dich, lodert in brennenden Buchstaben über der Stadt. Wer braucht dich? Wen braucht es? Start me up, im Kopf, im Loop und du merkst nicht einmal, wie traurig dich das alles macht: Die unmenschlichen Preise dieser neuen Häuserwelt. Die merkwürdigen Steinblicke der Kommilitonen, das Schweigen in der viel zu schönen, sterilen Bahn und im Büroalltag, vereinzelt, wo früher Kumpelstolz galt und Gemeinsamkeit: Man musste sich verlassen können, aufeinander. Heute ist man verlassen von einander und strebt einzelnen Idealen zu mit Clusterblick, und schaust du einmal zurück, siehst du vielleicht noch deine Eltern winken, im Rückspiegelblick versinken: Du hebst ab, Zielrichtung Glücksversuch, Sonnenstraße, Phönixflug, ewiges Leben, du fällst auch.