Träumte ich die Musik aus der Halle? Dort stand: Der Tourbus, man erkannte das Dach über dem Sichtschutzzaun und ich wusste nicht, wer hier spielen würde, ich wusste nur: Ich kannte den Song. Aufsteigende Töne wie der giftige Rauch der 30er. Soundcheck. Ich las Konzertplakate, wunderte mich über den internationalen Flair, eine Halle wie ein Magnet. Meine Hand am Zaun und ich lugte durch die Stäbe, durch die schmalen Stellen, wo die Zäune aneinandergeschoben waren, sah Menschen ameisenemsig wuseln. Jemand tippte mir auf die Schulter. Ich verstand. Ich verschwand.
Dann vor dem Haupteingang, man blickte auf die riesige Parkplatzfläche, die früher nur Zechenzüge kannte, die Mehrzweckhalle im Rücken, der Herzschlag ein Bass, die Sonnenstrahlen eine Mittagsdecke. Hinter mir der gleiche Sicherheitsmann wie vorhin. Er fragte etwas und ich sagte nein, ich habe kein Feuer. Wir blickten gemeinsam über die leere Fläche, jeder sah das seine. Er sprach vom Abendandrang und ich von Zechenzügen. Neue Mitte Oberhausen. Kö-Pi-Arena im Schatten des Gasometers, der trank beständig aus seinem Kanal. Ich lauschte dem Soundcheck der Techniker, der Band, ich lausche den aufsteigenden Tönen, gedämpft hinter Hallenwänden. Wo Kohlestaub die Lungen verklebte, streichelt Musik die Seele. Selten so schön wie heute und selten habe ich zugehört und gestaunt.