Der Mensch, der aus dem Fenster hängt wie ein Pickel aus der roten Backsteinhaut, schaut hinaus, sein Kopf schwerer als sein Herz, sein Herz droht zu scheitern. Das Unterhemd weiß wie das Klischee und du denkst dir seine Gedanken, sein Leben, seine Welt – und schauderst. Weshalb? Wer bist du, zu urteilen? Was bist du anders als das Schauspiel für ihn, der hinabschaut auf dich, der hinaufschaut zu ihm? Du suchst das Parabelhafte in dieser Szene. Du findest es nicht. Du gehst weiter, während der Mensch, der aus dem Fenster hängt, in den Tag grinst, die Arme gelehnt auf ein Kissen, gelehnt ist gelernt. Es ist Herbst und die Stadt friert und Kohle ist längst verbrannt. Du findest einen neuen Fenstermenschen, denn viel zu viele Gruben hat die Stadt, die Straßen wachsen in den Himmel. Bewohnt und manche Menschen siehst du und du bildest dir ein, alle zu kennen. Der im Fenster, der liebt einen Menschen. Doch diesen Teil der Geschichte will niemand hören. Deshalb stellst du ihn dir mit Flaschen vor, die auf dem Fließentischchen stehen, stellst ihn dir mit Staublunge vor, noch drei, vier Tage zu gehen, dann ist auch er weg vom Fenster. Natürlich ein Bierbauch und natürlich ist er männlich mit schütterem Haar. Du meinst, einen trüben Blick zu erkennen, weil das so pathetisch ist und lyrisch und schön. Nein. Schön wäre das nicht. Der Mensch, der aus dem Fenster hängt, hängt an seinem Herz. Er sieht auf dich, der aufschaut zu ihm. Er liegt im Fenster, denkend, fühlend, vermissend. Allein du siehst nur die Fassade, schüttelst gedankenschwer den Kopf auf dem eigenen verdammten Weg, immer ein bisschen zu arrogant und immer ein bisschen zu traurig.