Halbgeöffnete Augenlieder in der U-30 unter Tage. Zwei faltige Schlachtrösser des Printjournalismus, hier, wo der Journalismus ausgewandert ist, zwei Augenblicke zeitüberdauernde Hoffnung und Gedanken. Hinter ihnen die U-Bahn-Welt, verfällt. Zwischen Hauptbahnhof und Endhaltestelle. Graubeton und bedrängender Leere. Flackerndes Licht, Dunkelheit, flackendes Augenlicht des anderen: Man kennt sich. Von früher. Fast fallen ihnen Worte ein, die Worte des Gegenübers, Leitartikel, Headline, kennt man sich nicht? Dieser Mantel ist fleckig, jener Notizblock speckig und vergessen in der Innentasche der Vergangenheit: Hier schreibt niemand mehr die Gegenwart ab. Nur versunken im Grau. Nur verträumt in der Zeit. Zwei Familien, die denken: Die beiden würden die Geschehnisse der Lokalzeit lenken. Halb sieben aus dem Haus und dann rein in die Bahn, Haltestelle um Haltestelle um Haltestelle fahren; gegen Mittag geht es raus auf ein trauriges Bier und zurück schwankt man dann um halb vier. Jetzt sitzt man hier. Ausnüchtern auf den mickrigen Polstern inmitten von Studenten und dann: fangen die bösen dunklen Geister der Gedanken an. Halbgeöffnete Augenlieder, man kennt es, sie sind dort und schließlich sagt einer: komm – ein letzter Artikel, unser aller Thema: Selbstmord.